Zukünfte der Mobilität

Mobilität im Umbruch

Nach Jahrzehnten des Stillstands befindet sich das Mobilitätssystem im Umbruch. Das sind gute Nachrichten. Denn die bisherige Ausrichtung am Automobil hat ihren Preis: Gegenüber öffentlichem Verkehr und Fahrrad sind Platzbedarf und ökologischer Fußabdruck immens. Hinzu kommen Tausende Verkehrstote jährlich. Nun werden Strukturen aufgebrochen: durch Sharing, neue Antriebstechnologien, vernetzte Fahrzeuge und Infrastrukturen, durch die Verknüpfung von Verkehrsträgern und perspektivisch auch durch selbstfahrende Autos. Doch bei allem positiven Potential dieser Technologien: Die tatsächlichen Veränderungen werden nicht unbedingt auch wünschenswert sein. Neue Services könnten die bestehenden Probleme sogar noch verschärfen. Wenn wir uns in selbstfahrenden Autos von Umwelt und Mitmenschen abkapseln, kaum noch Busse oder Fahrräder benutzen, dann werden wir mehr Fahrzeuge auf der Straße haben als heute. Um den Weg für eine bessere Zukunft zu ebnen, müssen wir weg von der Kapsel denken, anstatt neue Technologien an alten Ideen auszurichten. Wir brauchen Mut zu neuen Visionen.

Im Gespräch auf der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität, 2019

Zukünfte verstehen und gestalten

Als Philosoph interessieren mich die Versprechen, die wir mit den neuen Technologien verbinden. Mich interessieren die Emotionalität und gesellschaftliche Strukturierung von Mobilität und verschiedenen Verkehrsträgern. Eine Neuauflage des Automobils – elektrisch, geteilt und selbstfahrend – soll die Probleme lösen, die durch das Auto erst entstanden sind. Welche Geschichten kommen in dieser verbreiteten Hoffnung zum Ausdruck? Welche Vorstellungen vom guten Leben und von Gesellschaft, welche Menschenbilder?

Diesen Fragen möchte ich auf den Grund gehen und bin dabei überzeugt: Wir stehen vor Möglichkeiten der Neuausrichtung, die in dieser Kraft und Breite historisch selten sind. Wir haben die reale Chance, Mobilität zu erhöhen – auch für junge Menschen, alte und eingeschränkte – und gleichzeitig Verkehr zu reduzieren. Ländliche Räume können wir so stärken, städtische Räume können wir sicherer, gesünder und lebendiger machen. Der Wandel steht erst ganz am Anfang. Jetzt ist die Zeit, ihn zu gestalten.

Gespräche und Aufsätze

  • ‚Die Mobilität von morgen – Welche Visionen sind zukunftsfähig?‘, Keynote-Vortrag auf Hypermotion, Frankfurt, 27.11.2019. (LINK)
  • ‚Welche Emotionen bewegen uns morgen?‘, Vortrag auf NGIN Mobility Conference 2019, Berlin, 16.10.2019. (LINK)
  • ‚Alte Ideen in neuem Gewand – Visionen, die uns voranbringen?’, Keynote-Vortrag auf NGIN Mobility Conference, Berlin, 08.11.2018. (LINK)
  • ‚Selbstfahrend in eine bessere Zukunft?‘, Vortrag auf BUS2BUS – Future Forum, Berlin, 21.03.2019. (LINK)
  • ‚Helfen Vernetzung, Autonomisierung und Sharing tatsächlich bei der Umsetzung der Verkehrswende?‘, Podiumsgespräch auf Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2019 (ausgerichtet von Berliner Agentur für Elektromobilität), Berlin, 14.03.2019. (LINK)
  • ‚Die Verkehrswende kommt – brauchen wir da noch ein eigenes Auto?‘, Podiumsgespräch auf Urban Mobility Day (ausgerichtet von Berliner Verkehrsbetriebe), Berlin, 15.06.2019. (LINK)
  • ‚Verkehrswende und Automobilität der Zukunft‘, Vortrag auf Tagung Wirtschaftswissenschaften und sozial-ökologische Transformation, Berlin, 06.11.2017. (LINK)
  • Christian Uhle im Portrait, Tagesspiegel Background Mobilität & Transport, 05.04.2019. (LINK)
  • ‚Mobilitätswende – Die deutsche Automobilindustrie im Umbruch’, Studie (zus. mit Ulrich Petschow und Heinrich Böing) im Auftrag des Denkwerk Demokratie, 2018. (LINK)
  • ‚Leitbilder einer Verkehrswende‘, wissenschaftl. Aufsatz in: ÖkologischesWirtschaften (33), pp. 28-29.
  • ‚Erstmal wird’s nicht besser‘, Gastbeitrag in: NGIN Mobility Magazin (1/2018), pp. 52-53. (LINK) [Zweitveröffentlichung online auf Gründerszene, LINK]
  • ‚Diskussion um E-Scooter: Platz da, hier komm ich!‘, Gastbeitrag in: Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 17.05.2019. (LINK)
  • ‚Eine andere Mobilität muss konkret erfahrbar werden‘, Interview in Informationsdienste Städtebaulicher Denkmalschutz des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), 43, S.66-69. (LINK)
  • ‚Neustart Mobilität – Wie viel Auto braucht der Kiez?‘, Impulsvortrag und Podiumsgespräch auf 12qmKultur (ausgerichtet von VCD), Berlin, 13.07.2019. (LINK)